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Einfach nur Grün

Die grünen Nuancen der Blätter sind eine Augenweide und Wohltat für die Seele. Die Fotos können leider das Gefühl nicht wirklich wiedergeben, was man bei einem Spaziergang in der frühlingsfrischen Natur empfindet. Man kann dem Wachsen der Blätter fast zusehen, so scheint es. Denn die Pflanzen wachsen um die Wette im Wechselspiel zwischen Regen und Sonnenschein, so wie es dem April nachgesagt wird.

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Mein „Zelt–vor–dem–Gewitter–zusammenpacken“ Engel

GUNGS! Ein irgendetwas reißt mich 4:45 Uhr aus dem Schlaf. Das waren so gute 15 Minuten vor der Zeit, auf die ich meinen Wecker für die heutige Abreise gestellt hatte.

Die Nacht war nicht wirklich erholsam gewesen und definitiv zu kurz. In den zwei Zelten neben meinem gab es zwei Schnarcher, die scheinbar um die Wette sägten. Sie hatten vielleicht extra viel Bier getrunken, um tief und fest zu schlafen. Und sie hat ihr Schnarchen ja sicher auch nicht gestört.

Außerdem hatte sich meine Luftmatratze in dieser Nacht entschieden, den Dienst zu quittieren weil sie einfach keine Luft mehr hatte, mich zu tragen. Das bedeutete im Klartext, dass ich nach jeweils 1 ½ Stunden erwachte, weil es kalt und hart unter meinem Rücken wurde. Also hatte ich bis zu dem GUNGS gefühlte 4 Stunden geschlafen und ich war durchaus am überlegen, die verbleibenden 15 Minuten noch ein wenig die Augen zuzumachen.

Aber aus dem Rauschen des Meeres hinter den Dünen drängte ein Geräusch an meine Ohren, welches mir zuflüsterte: „Flink, flink, Zelt zusammenpacken!“ Der Donner eines herannahenden Gewitters ist ein überzeugendes Argument, seinen Nachtschlaf um 15 Minuten zu verkürzen, wenn man gerne ein trockenes Zelt im Auto haben möchte. Denn meine Reise endet ja nicht hier in Graal-Müritz, sondern es geht noch weiter nach Schweden.

Also raus aus dem Schlafsack – die letzte Luft aus der Luftmatratze gelassen – im Eiltempo Zelt zusammenpacken – alles ab ins Auto – schnell zur Toilette geflitzt – zurück und ab ins Auto…

…und schon fallen die ersten Regentropfen. Puh, geschafft!!!

Auf geht es nach Rostock zum Fährterminal in Richtung Skandinavien, schön sachte, denn es gießt wie aus Eimern und die Straße wird schon zu einem kleinen See. Und jetzt sitze ich auf der Fähre nach Trelleborg, trinke eine Latte, der seinen Preis definitiv nicht wert ist und schreibe an meiner Geschichte.

Ankunft am Fährterminal
Blick auf das Fährterminal – durch die Schreibe des Autos und den Regen fotografiert

Optimierungsversuche

Blick aus dem Zelt
Blick aus dem Zelt allerdings nachdem alles schon wieder wunderbar trocken war

Vielleicht war ich ja etwas optimistisch mit meiner Behauptung, dass es nicht so schlimm ist, das mein Zelt auf einem Stück Waldboden und nicht auf einer schönen grünen Wiese steht. Schon am nächsten Morgen kam das „schlammige“ Erwachen.

Es hatte in der Nacht gewittert und auch ziemlich kräftig geregnet. Zum Glück hatte das Zelt dicht gehalten, also noch alles chic. Doch beim Blick nach draußen wurde ich mit der Tatsache konfrontiert, dass sich der Waldboden in eine kleine „Schlammoase“ verwandelt hatte und auch das Zelt ordentlich mit Erde bespritzt war. Na gut, ich gebe zu, „Schlammoase“ ist maßlos übertriebe, aber nasser, schwarzer Waldboden ist auch gut geeignet, sich ordentlich dreckig zu machen.

Wie sollte ich, ein zurzeit recht ungeübter Camper, aus dem Zelt kommen ohne auszusehen, als hätte ich soeben eine Schlammschlacht geschlagen? Ins Zelt rein bin ich auf allen vieren gekrabbelt und auch wenn das sicher nicht wirklich elegant ausgesehen hat, solange der Boden trocken ist, kein Problem. Doch jetzt war der der Boden wunderbar aufgeweicht und schlammig und auch die Zeltplane des Einganges war schmutzig.

Na gut, ich verrate jetzt nicht, wie oft ich bei meinen Versuchen, die Zeltplane über mir gar nicht und den Boden nur mit den Füßen zu berühren genau das Gegenteil erreicht habe. Doch mittlerweile habe ich meinen Zeltausstieg soweit perfektioniert, dass es auch noch mal regnen dürfte.

Hat es aber nicht. Da betrachte ich meine Zelt-Ein- und Ausstiegsübungen einfach als Ersatz für mein normales Yogatraining. Und falls ich mal wieder zelte, weiß ich ja nun wie es geht.