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Optimierungsversuche

Blick aus dem Zelt
Blick aus dem Zelt allerdings nachdem alles schon wieder wunderbar trocken war

Vielleicht war ich ja etwas optimistisch mit meiner Behauptung, dass es nicht so schlimm ist, das mein Zelt auf einem Stück Waldboden und nicht auf einer schönen grünen Wiese steht. Schon am nächsten Morgen kam das „schlammige“ Erwachen.

Es hatte in der Nacht gewittert und auch ziemlich kräftig geregnet. Zum Glück hatte das Zelt dicht gehalten, also noch alles chic. Doch beim Blick nach draußen wurde ich mit der Tatsache konfrontiert, dass sich der Waldboden in eine kleine „Schlammoase“ verwandelt hatte und auch das Zelt ordentlich mit Erde bespritzt war. Na gut, ich gebe zu, „Schlammoase“ ist maßlos übertriebe, aber nasser, schwarzer Waldboden ist auch gut geeignet, sich ordentlich dreckig zu machen.

Wie sollte ich, ein zurzeit recht ungeübter Camper, aus dem Zelt kommen ohne auszusehen, als hätte ich soeben eine Schlammschlacht geschlagen? Ins Zelt rein bin ich auf allen vieren gekrabbelt und auch wenn das sicher nicht wirklich elegant ausgesehen hat, solange der Boden trocken ist, kein Problem. Doch jetzt war der der Boden wunderbar aufgeweicht und schlammig und auch die Zeltplane des Einganges war schmutzig.

Na gut, ich verrate jetzt nicht, wie oft ich bei meinen Versuchen, die Zeltplane über mir gar nicht und den Boden nur mit den Füßen zu berühren genau das Gegenteil erreicht habe. Doch mittlerweile habe ich meinen Zeltausstieg soweit perfektioniert, dass es auch noch mal regnen dürfte.

Hat es aber nicht. Da betrachte ich meine Zelt-Ein- und Ausstiegsübungen einfach als Ersatz für mein normales Yogatraining. Und falls ich mal wieder zelte, weiß ich ja nun wie es geht.

Ankunft auf dem Zeltplatz

Grashalme auf WaldbodenEin Grashalm bahnt sich tapfer seinen Weg an die Oberfläche. Leider ist jetzt schon abzusehen, dass er es nicht lange überleben wird, sein überirdisches Leben. So ist das mit Vorstellung und Realität manchmal. Aber ich fang doch einfach mal am Anfang an.

Ich war auf der Suche nach einem Campingplatz an der Ostsee, wo ich ein paar Tage verbringen wollte, bevor ich meine kleine Reise nach Schweden antrete. Also im Internet geschaut und Ostseecamp & Ferienpark „Rostocker Heide“, gefunden. Die Vorstellung direkt hinter den Dünen zu zelten, das Rauschen des Meeres zu hören, und dieses wunderschöne Bild mit den Zelten vor der lichtdurchfluteten Düne gefielen mir. Also kurz entschlossen gebucht und voller Vorfreude die Fahrt nach Graal-Müritz angetreten.

Die Ankunft fing erst einmal richtig gut an. Empfangen wurde ich an der Rezeption von einer netten jungen Frau. Einchecken ging ganz flott und dann gab es eine kleine Rundfahrt über den Zeltplatz (damit ich sehen sollte, wo ich mein Zelt aufbauen darf) und damit ein etwas erschrecktes Erwachen. Je näher wir dem Zeltbereich kamen, umso dunkler und kühler wurde es. Dunkler, festgetretener Waldboden und darauf wild verteilt und dicht an dicht die Zelte. „Ja hier irgendwo können sie Ihr Zelt aufstellen und irgendwo am Rand das Auto parken.“ – erklärte mir mein netter Begleiter. Und Schwupps waren wir wieder an der Rezeption.

OK. Also Augen auf und durch! Ein Parkplatz irgendwo am Rand war relativ schnell gefunden. Doch einen Zeltplatz direkt hinter der Düne den gab es leider nicht mehr. Also wurde es ein kleines, dunkles Fleckchen neben eben jenem tapferen Grashalm, welcher vergeblich nach Gesellschaft sucht um eine Wiese zu werden.

Aber da ich ja ohnehin hierhergekommen bin, um am Strand zu sitzen, im Meer zu baden und frische Seeluft zu schnuppern, so ist es doch ein wirklicher Trost, dass ich nicht mehr als 50 Meter laufen muss, um an den Strand zu kommen. Und zum Schlafen darf es ruhig kühl und dunkel sein…